Musik aus Korsika: die legendäre Gruppe "I Chjami Aghjalesi"

 

Die Chjami Aghjalesi sind ursprünglich eine Gruppe von 15 Freunden, zusammengehalten von der Liebe zum Gesang und zu ihrer Heimatinsel Korsika. Die Chjami Aghjalesi  sind auch seit 1978 ein eingetragener Verein, der sich das Ziel gesetzt hat, das korsische Kulturgut zu fördern und zu bewahren.
Die Chjami Aghjalesi, ausgesprochen „ itjami adjalɛzi" wurde 1977 von Studenten  aus dem Quartier San Joseph in  Bastia gegründet. Der Name der Gruppe bedeutet wörtlich "der Aufruf zur Korndresche", und wurde von Antoine Amadei vorgeschlagen, der seiner Zeit Geschichts- und Erdkunde-Professor am Sant- Joseph College war.
Alain Nicoli (heute verstorben), Maï  Pesce, Saveriu Luciani, Camille Albertini,  Patriziu Croce, Petru Fondacci, Tony Pesce und François Pesce sind die Urgünder der Gruppe. Ihr erstes Album „Nant' in u solcu hat Di Storia  (unter der Wende der Geschichte) erschien im  Mai 1979.
Die ersten Kreationen sind Zeuge der Ambition der jungen Sänger, die insularen Traditionen  und das korsische Kulturgut zu bewahren und wiederaufleben zu lassen, wie schon die Gruppe Canta U Populu Corsu  seit Anfang der 1970-er Jahre.
Die Gruppe strukturierte sich im Laufe Zeit mit dem Dazukommen weiterer Sänger und Musiker. 
Heute sind die Chjami Aghjalesi auf Korsika ein echter Pfeiler der Inselusik, da sie traditionelle Musik, heilige und polyphone Gesänge und politische Forderungen miteinander verbinden. 
Die Gruppe hat sich aber auch erfolgreich auf dem Festland produziert, wie im Olympia 1993 in Paris, sowie auf internationalen Bühnen wie  u.a. in Südamerika vor einigen Jahren. Auch haben sie sich am Vorspann des Soundtracks des Filmes "Die Königin Margot " mit einer ihrer polyphonen Gesänge beteiligt. 
Am 30. und  31. Oktober 2010 sind sie zusammen mit dem Chor der Roten Armee aus Moskau aufgetreten; diese Konzerte waren ein wahrer Erfolg und die Eintrittskarten für Bastia und Ajaccio schon im Vorverkauf ausverkauft.
Das Treffen beider Kulturen und die musikalische Harmonie außergewöhnlicher Stimmen, haben das Publikum voll auf begeistert.


Über dreißig Jahre lang ist Ihnen ihr Publikum treu geblieben und bleibt es noch immer, ihre Konzerte sind immer reichlich angefüllt und die Stimmung ist bemerkenswert.
Ihre Anzugskraft sind  vor allem Dingen ihre Stimmen, darunter die eindrucksvollsten von Korsika, wie eben die von Jean-Marie Pesce (Maï für das Publikum - vorgestellt in einem vorhergehenden Post), Paul Felix Nasica, Philippe Rocchi, Francois-Xavier Prosperi, Petru-Santu Guelfucci  und viele andere...
 

Ihr musikalischer Weg ist beständig:  Leitfaden bleibt der traditionelle korsische Gesang,  mit militanten, aber auch  neuen modernen  Einflüssen und weltweiten Themen und Musikstilbezügen, wie z.B. in ihrem Lied "Emiliana" mit südamerikanischem Themenbezug und Rhythmen, welches sie auf der Bühne mit fabelhaften mexikanischen Sombreros singen. Auch die Rhythmen  und Themenbereiche Osteuropa verarbeiten sie in ihren Kreationen, wie in ihrem Lied "Attila". Sie möchten damit beweisen, dass auch wenn sie in  ihrer Identität  korsisch sind, die Möglichkeit besteht, die „Corsitude"  militant zu vertreten, und trotzdem gleichzeitig offen für anderweitiges Geschehen sein können.



So wurde eins ihrer Lieder „Catena", die von ihnen umgearbeitete von Luis Llach stammende Originalversion unter dem Titel l'Estaco, zur nationalistischen Hymne der territorialen Wahlen im Jahre 1992.
Viele korsische  Musiker versuchen heute, sich in der Worldmusik  einen Namen zu machen, doch die Chjami sind immer noch sie selbst geblieben, sympathisch, ohne Prätention, sie bleiben natürlich und auf dem korsischen Boden verwurzelt.
Nach über dreißig Jahren Karriere könnte man annehmen, dass sie Businessmusiker sind. Dem ist aber ganz und gar nicht so: Fernsehauftritte und Interviews geben sie nur selten, und Werbekampagnen sind nicht unbedingt ihre Sache. Das Plakat, welches ihr Konzert ankündigt, hängt wie vor vielen Jahren am Rande der Straße, oder an einem alten Kastanienbaum vor einem Ort oder Dorf. Die Tradition zu bewahren, bleibt immer ihr Leitfaden …
Ihr neustes Album Sventulerà  ist Anfang dieses Jahres erschienen. Sehr zu empfehlen ist  ihr Jubiläumsalbum „Teatru di Bastia 30 anni DVD (2007)" als Live- DVD im Handel zu erstehen. Canti per u presepiu (2002) ist eine Zusammenstellung weihnachtlicher traditioneller Gesänge und Cantu Sacru, also magisch-polyphone, heilige Gesänge. Alle anderen Alben sind Zeugen der Zeit, der Epoche und der Liebe zu ihrer Kreation, ihrer Muse, ihrer Insel Korsika.

Discographie
Sventulerà (2010) 
Teatru di Bastia 30 anni DVD (2007)
Canti per u presepiu (2002)
I vinti cinque baroni (2001)
Credo (1998)
Populu vivu (1993)
Cantu sacru (1991)
Cuntrasti è ricuccate (1990)
Guerrieri di l'Eternu (1989)
U mio cantu (1986)
L'altu pratu di a Memoria (1983)
Esse (1981)
Nant'à u solcu di a storia (1978)


Hier der Link zu ihrer Homepage :
http://www.chjami-aghjalesi.com/


Hier einige Videos ihrer 30 Jahre Jubiläumalbums (Livemitschnitt auf DVD erhältlich)


Attila


Canzona per Bastia
http://www.youtube.com/watch?v=o4tNPPJ5jVk&feature=related


Hier eine Link zu einer meiner Playlists von I Chjami Aghjalesi
http://www.youtube.com/playlist?p=PL1D0C39EC7F9B6283&feature=mh_lolz 

Die Gruppe "I Mantini"


Die Gruppe I Mantini besteht aus einem Duo: Daniel Vincensini und José Oliva. Sie haben sich entschieden, ihrer Gruppe den Namen zu geben, den Ptolémeus der Stadt Bastia im Altertum  gab:  Mantinum. 
I Mantini bedeutet also, die, die aus dieser Stadt stammen.

 


Musikalisch ist I Mantini das Ergebnis einer gewagten Mischung verschiedener Musikstile: Dem modernen, traditionellen und dem polyphonen Gesang. Ihre Spezialität sind humoristische Lieder, im korsischen "Macagna" genannt, mit denen sie sich bei zahlreichen Besuchern ihrer Konzerte beliebt,  aber auch bei den Persönlichkeiten, über die sie herziehen - unbeliebt machen. 
Einige dieser parodistischen Lieder sind von dem korsischen Parodisten und Komiker Hugo Tempete geschrieben.
Insgesamt haben I Mantini elf Alben herausgebracht, darunter zwei nur mit parodistischen Scherzliedern. (zum Totlachen, wenn man die Texte und deren Hintergrund versteht!)
 
Hier ihre Alben:
 
BASTIA, 2011
U BEST OFFU, 2010
I capatoghji 2003
LIVE IN FURIANI, 2003
Spassighjata Zitellina, 1999
MAGAGNA VOLUME 2
U MONDU A RIFÀ
FEMU FESTA, 1998
CANZONE MAGAGNE, 1996
U SOFFIU DI A VITA, 1991
UN COLPU A L'AVVENE, 1989
RITORNU IN PAESE, 1987



Hier ein kleiner Ausschnitt eines ihrer Scherzlieder, mit dem sie sich über fast alle korsischen Sänger und Gruppen lustig machen!
 

 

Es heißt
 
Cantà falzu
Sing, mein Korse sing (ist die weitflächige Uberzetzung)
(sing schief, aber sing!)
 
sing schief wie Albinu, 
sing schlecht wie I Muvrini
sing traurig wie die Ghjami, 
traurig und leer wie meine Taschen am Monatsende
 
sing sing sing mein Korse sing
 
Jacky und Maryse N. ihre Stimmen hauen Häuser um
 
sing schief, aber sing
 
sing wie Eric Mattei, 
bei dem die Zusschauer sich einem nach dem anderen verflüchtigen
 
sing wie Feli, der dir 'ne gänsehaut verursacht (im negativen Sinne)
 
sing sing sing
 
...
 
Sing gut und schon wie wir, I Mantini, 
wir sind die besten und die stärksten,
unsere Stimmen sind die schönsten von allen,
wir singen sogar besser als Pavarotti
 
 
Aber nur wir, wir denken so...
cantà, cantà, cantà.
sing sing sing
 
Parodie, Text: H. Tempête/ I Mantini
 
Melodie « Canta » von Michel Malory
 
ihre Homepage
 
ihre Diskographie
 
Hörbeispiele:
 
 
Hier noch einige Videos:
 
 
 

HIER DAS NEUSTE VIDEO, ZU IHREM NEUSTEN ALBUM

I MUVRINI,

 

WER SIE NOCH NICHT KENNT,

HIER ALLLE INFOS..